KI nimmt dir beim Kursbau einzelne Arbeiten ab, etwa Abschriften, erste Gliederungen oder Entwürfe für Fragen. Einen Kurs, der wirkt, baut sie nicht allein. Vorher muss sie eingerichtet und mit deinem Wissen gefüttert werden, danach muss jemand jede Ausgabe prüfen, der weiß, wie Lernen funktioniert. Der kürzeste Weg bleibt: Du erzählst, jemand anderes baut.
Ein Unternehmer, der selbst Lernvideos für andere produziert, beschrieb mir neulich das Problem seiner Branche. Wenn er ein Angebot macht, hört der Kunde: zwanzig Arbeitsstunden. Und von der Konkurrenz hört er: „Geht auf Knopfdruck.“
Ein Inhaber aus einer ganz anderen Branche sagte mir kurz darauf fast dasselbe, nur von der anderen Seite. Eigentlich könne die KI das ja alles. Ein paar Sätze später: „Ja, aber ich habe keine Zeit dafür.“ Und im Team hatte auch niemand welche.
Beide Sätze stimmen. Die KI kann viel. Und genau deshalb dauert es.
Was die KI dir wirklich abnimmt
Aus einer Aufnahme eine saubere Abschrift machen. Einen ersten Vorschlag für eine Gliederung liefern. Zu einem Abschnitt fünf mögliche Verständnisfragen entwerfen. Ein Handout vorformulieren. Das sind Arbeiten, die früher Tage gekostet haben, und heute gehen sie in Minuten.
Was dabei herauskommt, ist ein Entwurf. Ein guter Entwurf, oft. Aber eben einer.
Was sie vorher von dir braucht
Die KI kennt deine Kunden nicht. Sie weiß nicht, an welcher Stelle sie in deinem Coaching immer hängen bleiben, welches Beispiel bei ihnen zündet und welches Wort du nie benutzen würdest. Das alles muss vorher hinein.
Also richtest du ein: Welches Werkzeug, welche Einstellungen, welche Anweisungen, welches Material, in welcher Form. Du schreibst Anweisungen, verwirfst sie, schreibst sie neu. Du merkst, dass die Fragen zu leicht sind, dass das Handout klingt wie aus einem Lehrbuch, dass die Gliederung logisch ist und trotzdem für deine Kunden in der falschen Reihenfolge steht. Dazu kommt die Frage, was du mit den Daten deiner Kunden in so ein Werkzeug geben darfst.
Das ist kein Knopfdruck. Das ist ein Projekt.
Und danach muss jemand prüfen, der Lernen versteht
Eine KI schreibt Sätze, die richtig klingen. Ob dein Teilnehmer nach dem Modul etwas kann, erkennt sie nicht. Ob der Auftrag zu groß ist, ob die Frage den Kern trifft, ob das Video an der richtigen Stelle steht: Das entscheidet jemand, der Lernstrecken baut und weiß, woran Kurse scheitern.
Dazu kommt das, wofür man dich bucht. Deine Kunden wollen dich hören, mit deinen Beispielen und deiner Art zu erklären. Ein Kurs, der klingt wie alle anderen, hat keinen Grund, gekauft zu werden.
Der kürzere Weg
Ich nutze KI jeden Tag beim Bau von Kursen. Darum weiß ich, wie viel Einrichtung, Anweisung und Prüfung in jedem Kurs steckt, der am Ende wie aus einem Guss wirkt.
Für dich ist der kürzere Weg ein anderer. Nimm auf, was du sonst im Coaching erklärst, oder erzähl es mir in einem Gespräch. Schick es mir. Ich mache daraus den Kurs, unter deinem Namen, und du siehst ihn dir an, bevor er online geht. Wie das läuft, steht auf der Seite für Coaches und Trainer, was es kostet, im Beitrag Online-Kurs erstellen lassen.
Häufige Fragen dazu
Welche KI eignet sich, um einen Online-Kurs zu erstellen?
Die gängigen Sprachmodelle können Entwürfe für Gliederung, Fragen und Handouts liefern. Das Werkzeug entscheidet weniger als das, was du hineingibst, und wer das Ergebnis prüft. Ohne dein Material und ohne Prüfung entsteht ein Kurs, der klingt wie alle anderen.
Kann ich die Videos für meinen Online-Kurs mit KI erstellen?
Technisch ja, etwa mit Avataren und künstlichen Stimmen. Für Coaches ist das selten klug. Deine Kunden kaufen dich, deine Art zu erklären und deine Beispiele. Echtes Video, auch einfach aufgenommen, schafft mehr Vertrauen als ein perfekter Avatar.
Wie lange dauert es, mit KI einen Online-Kurs zu erstellen?
Der erste Entwurf entsteht schnell. Einrichten, Material aufbereiten, Anweisungen schreiben und jede Ausgabe prüfen dauert deutlich länger, als die Werbung verspricht. Wer das zum ersten Mal macht, sollte eher in Wochen als in Stunden rechnen.
Merkt man, ob ein Online-Kurs mit KI erstellt wurde?
Oft ja. An austauschbaren Beispielen, glatten Sätzen ohne eigene Haltung und Aufgaben, die zu jedem Thema passen würden. KI als Werkzeug fällt nicht auf. KI als Ersatz für dein Wissen schon.