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Für Coaches und Trainer

Wie baue ich eine Online-Akademie auf?

Eine Akademie beginnt mit einem Kurs, den jemand kauft. Nicht mit einem Logo.

Von Thomas Kohns Lesezeit 5 Minuten

Kurz gesagt

Eine Online-Akademie ist ein Ort unter deinem Namen, an dem mehrere Kurse in einer sinnvollen Reihenfolge liegen, vom Einstieg bis zu deinem 1:1. Sie entsteht nicht auf einmal. Sie wächst aus einem ersten Kurs, der verkauft wird, einem zweiten, der darauf aufbaut, und Kunden, die wiederkommen. Wer mit dem großen Gerüst anfängt, baut oft ein leeres Haus.

Eine Trainerin für Führung und Vertrieb erzählte mir auf einer Veranstaltung, dass ihre Kunden nach einem Online-Angebot fragen. Sie hat keins. Ihr Wissen gibt sie in Seminaren und im Coaching weiter, persönlich, Termin für Termin.

Ein anderer Gesprächspartner hatte das Gegenteil vor. Er wollte gleich eine große Online-Akademie gründen, mit vielen Experten und vielen Themen, für den ganzen deutschsprachigen Raum. Auf die Frage, auf welcher Plattform das laufen soll, kam: „Noch gar nichts.“

Die eine hat das Wissen und keinen Ort dafür. Der andere hat den Plan für einen Ort und noch kein Wissen darin. Beides ist keine Akademie.

Was eine Akademie von einem Kurs unterscheidet

Ein Kurs beantwortet eine Frage. Eine Akademie begleitet einen Weg. Sie hat einen Einstieg für die, die dich noch nicht kennen, einen Kern für die, die tiefer einsteigen wollen, und einen Übergang zu dem, was nur mit dir persönlich geht. Sie trägt deinen Namen, liegt unter deiner Adresse, und wer einmal drin war, kommt wieder.

Das ist auch der Punkt, an dem dein Geschäft sich verändert. Solange alles an deinen Stunden hängt, wächst es nur, wenn deine Woche länger wird.

Sie wächst von innen nach außen

Die meisten fangen außen an: Name, Logo, Plattform, Preisstufen, ein Kursprogramm mit zwölf Titeln. Das fühlt sich nach Fortschritt an und ist der Grund, warum so viele Akademien nach einem Jahr noch aus einer Startseite bestehen.

Tragfähiger ist der umgekehrte Weg. Ein erster Kurs zu der Frage, die dir deine Kunden am häufigsten stellen. Verkauft zuerst an die, die dich schon kennen. Wenn er läuft, der zweite, der darauf aufbaut. Erst dann lohnt es sich, über Lernpfade, Stufen und eine eigene Marke für das Ganze nachzudenken. Wie man den ersten Kurs so baut, dass er trägt, steht im Beitrag Wie erstelle ich einen eigenen Online-Kurs?

Welche Kurse in welcher Reihenfolge, wo der Einstieg liegt und wo das 1:1 anschließt, das ist bei jedem anders. Es hängt an deinem Thema, an deinen Kunden und daran, wie du heute arbeitest.

Ein Beispiel, wie es aussehen kann

Anthony Steffan bildet im B2B-Vertrieb aus. Sein Wissen hat er lange nur persönlich weitergegeben. Heute hat er unter seiner Marke WAXTUM500 eine eigene Online-Akademie mit eigener Bezahlstrecke. Angefangen hat sie mit Gesprächen, in denen er erzählt hat, was er seinen Kunden sonst in jedem Training erklärt. Mehr dazu auf der Seite für Coaches und Trainer.

Häufige Fragen dazu

Wer darf sich Akademie nennen?

Der Begriff Akademie ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Er darf aber nicht den Eindruck einer staatlichen oder hochschulähnlichen Einrichtung erwecken. Ein klarer Zusatz wie dein Name oder dein Thema hilft. Bei Zweifeln am konkreten Namen gehört die Frage zu einer Anwältin oder einem Anwalt.

Was braucht man, um eine Online-Akademie zu eröffnen?

Mindestens einen Kurs, der eine echte Frage deiner Kunden beantwortet, einen Ort unter deinem Namen, an dem er liegt, und einen Weg, über den deine Kunden bezahlen. Alles Weitere, also mehr Kurse, Lernpfade und Stufen, wächst danach.

Was ist der Unterschied zwischen einem Online-Kurs und einer Online-Akademie?

Ein Online-Kurs beantwortet eine Frage und führt zu einem Ergebnis. Eine Online-Akademie bündelt mehrere Kurse unter einem Namen, in einer Reihenfolge, vom Einstieg bis zum persönlichen Angebot. Der Kurs ist ein Produkt, die Akademie ein Ort.

Wie viele Kurse braucht eine Online-Akademie?

Am Anfang einen. Eine Akademie mit einem Kurs, der verkauft wird, ist mehr wert als ein Programm mit zwölf Titeln, von denen keiner fertig ist. Der zweite Kurs entsteht aus den Fragen, die deine ersten Teilnehmer stellen.

Eine Frage zum Mitnehmen

Welche Frage stellen dir deine Kunden am häufigsten? Das ist der erste Kurs deiner Akademie.

Wenn du magst, schauen wir zusammen, wie der Weg von dort aussehen kann. Zwanzig Minuten, ein ruhiges Gespräch, ohne Folien.