Die beste Plattform gibt es nicht. Es gibt die, die zu deinem Kurs passt. Bevor du vergleichst, kläre fünf Dinge: wie deine Teilnehmer lernen, unter welchem Namen dein Kurs steht, wer das Geld einnimmt, wem die Kontakte deiner Kunden gehören und wer das Ganze pflegt. Eine Plattform zeigt Inhalte an. Ordnen tut sie sie nicht.
Ein Anbieter, der Videokurse für andere produziert, hatte sich vor einiger Zeit eine Lernplattform eingerichtet. Als ich sie mir ansah, standen dort noch Platzhaltertexte. Die Plattform war eingerichtet und trotzdem leer.
Im Gespräch fiel später der Satz, der das erklärt: „Eigentlich ist alles fertig, wir brauchen die Lernplattform. Und ganz ehrlich, das ist nicht unsere Kernkompetenz.“
Das ist kein Einzelfall. Die Plattform wird gewählt, weil sie gut aussieht und jemand sie empfohlen hat. Dann merkt man, dass sie Fragen stellt, auf die man keine Antwort hat.
Fünf Fragen vor jedem Vergleich
Vergleichstabellen listen Funktionen auf. Die helfen erst, wenn du weißt, was du brauchst. Diese fünf Fragen solltest du vorher beantworten können.
Wie lernen deine Teilnehmer? Am Handy zwischen zwei Terminen oder am Schreibtisch mit Zeit? Brauchen sie kurze Einheiten, zu denen sie zurückspringen können? Muss nach jedem Video ein Auftrag oder eine Frage kommen? Viele Plattformen können Videos abspielen. Nicht alle können Lernen begleiten.
Unter welchem Namen steht dein Kurs? Auf einem Marktplatz bist du einer von Tausenden, neben deinen Mitbewerbern. Auf einer eigenen Adresse mit deinem Logo bist du der Ort, an den deine Kunden zurückkommen.
Wer nimmt das Geld ein? Manche Plattformen behalten einen Anteil jedes Verkaufs, manche nehmen eine feste Gebühr, manche beides. Bei zehn Verkäufen ist das egal. Bei hundert nicht mehr.
Wem gehören die Kontakte? Weißt du, wer deinen Kurs gekauft hat, und darfst du diese Menschen wieder ansprechen? Für einen Coach ist das der eigentliche Wert. Aus einem Kursteilnehmer wird später oft ein Kunde für das 1:1.
Wer pflegt das Ganze? Zugänge vergeben, Fragen beantworten, Inhalte aktualisieren, Abrechnung prüfen. Irgendwer macht das jede Woche. Wenn du das bist, gehört diese Zeit in deine Rechnung.
Warum die Plattform zuletzt kommt
Eine Plattform ist ein Regal. Ein gutes Regal macht aus einer ungeordneten Sammlung noch keinen Kurs. Was hineinkommt, in welcher Reihenfolge und mit welchem Auftrag, entscheidet, ob deine Teilnehmer etwas können, wenn sie durch sind. Wie das aussieht, steht im Beitrag Wie erstelle ich einen eigenen Online-Kurs?
Und wenn du merkst, dass du dich mit keiner dieser Fragen beschäftigen willst: Auch das ist eine Antwort. Dann brauchst du keine Plattform. Dann brauchst du jemanden, der dir den fertigen Kurs unter deinem Namen hinstellt. Was das kostet, steht in Online-Kurs erstellen lassen.
Häufige Fragen dazu
Gibt es eine kostenlose Plattform für Online-Kurse?
Ja, mehrere. Bezahlt wird dann anders: mit einem Anteil an jedem Verkauf, mit Werbung, mit engen Grenzen bei Teilnehmerzahl oder Gestaltung. Rechne aus, was dich die kostenlose Plattform bei hundert Verkäufen kostet, bevor du dich festlegst.
Kann ich einen Online-Kurs auf meiner eigenen Website anbieten?
Ja, über einen Mitgliederbereich oder eine eigene Lernumgebung unter deiner Adresse. Das gibt dir Namen, Kundenkontakte und Preis in die Hand. Dafür musst du dich um Zugänge, Bezahlung und Technik kümmern oder es jemandem übergeben.
Muss ich meine Einnahmen mit der Kursplattform teilen?
Das hängt von der Plattform ab. Marktplätze behalten oft einen großen Teil, andere nehmen eine feste Monatsgebühr ohne Anteil. Bei einer eigenen Bezahlstrecke unter deinem Namen bleibt der Umsatz bei dir, abzüglich der Gebühren des Zahlungsanbieters.
Kann ich meinen Online-Kurs später auf eine andere Plattform umziehen?
Die Videos meist schon. Schwieriger sind Teilnehmerkonten, Fortschritte, Aufträge und Zahlungsdaten. Frag vor der Wahl, wie du deine Inhalte und Kundendaten wieder herausbekommst. Je später du fragst, desto teurer wird der Umzug.